Als Gasgemisch bezeichnet man ein Gemisch aus mindestens zwei verschiedenen chemischen Elementen oder chemischen Verbindungen. Sie sind immer homogen. Das bekannteste Gemisch ist die Luft, die wir atmen. Erzeugt werden Gasgemische mit Hilfe von Gasmischstationen oder Gasmischsystemen aus Einzelgasen oder Gasgemischen. Eingesetzt werden sie beispielsweise in der Biotechnologie, um Gasgemische zur Begasung von Fermentern zu erzeugen. Ein Fermenter ist ein Bioreaktor, in dem Mikroorganismen unter möglichst optimalen Bedingungen kultiviert werden. Weitere Beispiele für Gasgemische mit technischer Anwendung sind Formiergas und Schutzgas. Formiergas ist ein Gemisch aus Stickstoff und Wasserstoff und wird als Schutzgas bei der Verarbeitung von Metallen eingesetzt, wie Löten oder Schweißen. Als Schutzgas bezeichnet man ein Gasgemisch, das die Aufgabe hat, die Luft der Erdatmosphäre zu verdrängen, vor allem den Sauerstoff der Luft. Häufig wird es in Verpackungen von Lebensmitteln verwendet, welches man unter der Bezeichnung „Unter Schutzatmosphäre verpackt“. In der Metalltechnik findet es Verwendung im sogenannten Schutzgasschweißen, bei dem der Lichtbogen und das Schmelzbad durch ein Schutzgas vor dem Zutritt von Atmosphärengasen geschützt werden.
Es gibt auch sogenannte Prüfgase, die bezüglich Herstellertoleranz, Analysengenauigkeit und Reinheit der Ausgangsprodukte besondere Anforderungen erfüllen müssen. Vorwiegend werden sie zum Kalibrieren von Messgeräten verwendet. Ebenso gibt es eine Vielzahl Betriebsgasgemische, Kalibriergasgemische und Individualgemische. Zudem erfüllen diese Gase auch wichtige Aufgaben bei experimentellen Untersuchungen und anderen Verfahren, für die Gasgemische definierter Zusammensetzung benötigt werden. Zur Herstellung für die speziellen Gemische werden zwei Verfahren angewendet. Die manometrische und die gravimetrische Abfüllung. Mit einer abschließenden Analyse wird das Gemisch überprüft und die Ergebnisse in einem Analysenzertifikat dokumentiert.